Verbesserungen entlang der Textil-Lieferkette

Dr. Uwe Mazura über das Bündnis für nachhaltige Textilien

Dr. Uwe Mazura referierte über das Thema Nachhaltigkeit.

Schmallenberg. Textilien und ihre Lieferketten. Speziell für das Festival „Die Textile“, kam Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie e. V. (Berlin) in die Firma Falke, um über das Bündnis für nachhaltige Textilien zu sprechen. Zusammen mit Partnern sollen Verbesserungen realisiert werden.

In vielen Produktionsstätten der Textilindustrie sind unsichere Gebäude, schlechter Brandschutz, giftige Chemikalien, Löhne, die kaum zum Überleben reichen, immer noch bittere Realität. Als Antwort auf die verheerenden Unfälle in Textilfabriken in Bangladesch initiierte Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller 2014 die Gründung des Textilbündnisses mit rund 150 Mitgliedern aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. „Das Textilbündnis ist die größte Multi-Stakeholder-Initiative. Wir haben die Bereitschaft, etwas gegen die Missstände zu tun“, so Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes textil+mode.

Viele Interessierte kamen zum Vortrag.

Gemeinsam wollen die Bündnispartner soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der gesamten Textil-Lieferkette erreichen.

„Wir wollen keine Kleidung tragen, bei deren Herstellung Menschenrechte missachtet, Menschen ausgebeutet oder gesundheitlich geschädigt werden. Wir brauchen weltweit menschenwürdige Arbeit und verbindliche soziale und ökologische Mindeststandards. Dafür suchen wir praxisorientierte Lösungen“, so Mazura. Doch das scheint nicht so einfach zu sein. Ein Hemd durchläuft beispielsweise 140 Stationen in einer komplexen Produktions- und Lieferkette. „Natürlich ist es schwer vorstellbar, dass in allen Stationen gute Löhne gewährleistet werden können. Wir können aber positive Erfolge verzeichnen. Zehn Verbesserungen pro Jahr werden dank des Textilbündnisses umgesetzt.“

Die Unternehmen sind jedoch nicht zu dem Abkommen verpflichtet. Sie entscheiden selbst, ob sie Mitglied werden möchten.

(v.l.n.r) Dr. Uwe Mazura, Franz-Peter Falke, Paul Falke, Dr. Andrea Brockmann

„Die Alternative, um alle zur Nachhaltigkeit zu verpflichten wäre ein Gesetz, aber dieses wäre für zahlreiche Betriebe wettbewerbsschädlich.“ Ein weiterer Grund gegen das Bündnis ist ihre Transparenz: „Für viele Unternehmen kann es von großem Nachteil sein, wenn sie ihre langjährigen Lieferanten offenlegen müssen, denn Konkurrenten könnten auf diese aufmerksam werden“, thematisiert Franz Peter-Falke, geschäftsführender Gesellschafter der Falke Gruppe in Schmallenberg. Weiter liegt es auch am Endverbraucher und seiner Einstellung zur Nachhaltigkeit. Wenn Preis, Gefallen und Passgenauigkeit beim Kauf eine größere Rolle spielen, hat Nachhaltigkeit nur bedingt eine Chance.

 

 

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