Kunstausstellungen – Aufbauarbeiten mitten drin

Kuratoren, Restauratoren, Künstler und mehr arbeiten vor Ort

Kunstaustellungen wie Picasso und Stoffsuche müssen vorbereitet werden. Ein paar Eindrücke.

Schmallenberg. Hinter den Kulissen wird fleißig geräumt, aufgehängt und vorbereitet. Ende der Woche startet „Die Textile – das Festival für textile Kunst“. Damit die Besucher*innen die verschiedenen Kunstausstellungen ab dem 05.Mai ab 15 Uhr auch bewundern können, müssen unzählige Vorbereitungen getroffen werden. Der Aufbau kann schon einige Tage in Anspruch nehmen, bis eine Ausstellung endgültig steht. Besondere Vorgaben, Sicherheitsvorkehrungen und Zeiten müssen eingehalten werden.

Letzten Freitag war Restauratorin Ilka Meyer-Stork im „kunsthaus alte mühle“, um den Filzanzug von Joseph Beuys für die Ausstellung „Stoffsuche“ zu begutachten. „Der Zustand zur Auslieferungszeit muss präzise dokumentiert werden.“ Die Restauratorin schaut genau, ob sich der Anzug auf irgendeiner Weise beim Transport verändert hat. „Wichtig sind auch die Lichtverhältnisse. Im Raum darf es nicht heller als 50 Lux sein. Darum wurden die Fenster abgedunkelt, damit es zu keinen Verbleichungen kommt.“ Auch die Klimaverhältnisse spielen eine Rolle, denn es darf nicht zu trocken oder zu feucht im Raum sein. Deshalb werden kontinuierlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit gemessen. Das gilt auch für die Picasso-Ausstellung in Holthausen im Schieferbergbau- und Heimatmuseum. „Hier sollte es nicht zu trocken sein. Unter 40 Prozent wird es kritisch“, berichtet Dr. Andrea Brockmann vom Kulturbüro Schmallenberg und Festivalleiterin. Außerdem sind hier besondere Sicherheitsvorkehrungen unter strengsten Auflagen gefragt.

Erst wenn alles gewährleistet werden kann, wird die Kunst gehängt. Doch auch dies muss gut überlegt sein. Zum Beispiel macht Yvonne Richter das Design zur Ausstellung „Stickwerk“. Besonders dort stehen die Hintergrundgeschichten der Leihgeber*innen im Vordergrund. „Das Ausstellungsdesign spielt eine große Rolle, denn wir möchten mit der Ausstellung die Vielfalt Schmallenbergs zum Thema Handarbeit und speziell dem Sticken zeigen.“, so Richter. „Es gibt viele großartige Geschichten, die besonders präsentiert werden.“ Hier gibt es kaum einen Unterschied, ob das Werk von einem renommierten Künstler oder dem Nachbarn von nebenan stammt. Das Kuratieren obliegt immer einer großen Verantwortung.

Oftmals kommen auch die Künstler persönlich, um ihren Teil der Ausstellung aufzubauen. Einer davon war letzte Woche Künstler Manuel Knapp, der speziell für das Festival eine große textile Rauminstallation geplant hat: „Es wird eine Arbeit, die stark in den Raum greift und trotzdem begehbar ist.“ Dazu wurden verschiedene Fäden durch den Raum gespannt. Alleine die Vorarbeit zu Hause hat ganze fünf Tage gedauert, der Aufbau mehrere Tage. Die Besucher können sehr gespannt sein auf das Werk. Ebenso auf die vielen weiteren Ausstellungsstücke der verschiedenen Künstler im „kunsthaus alte mühle“, mit Arbeiten von Josef Albers, Manuel Baptista, Joseph Beuys, Anne Carnein, Manuel Knapp, Monika Lioba Lang, Ursula Neugebauer, Franziska Reinbothe, Giovanna Swaby und Patricia Waller.

Das Festival geht am 05. Mai um 15 Uhr mit einer großen Kunsttour los. Gestartet wird in Holthausen in der Kirche, dann geht es weiter ans Musikbildungszentrum in Bad Fredeburg und zum Schluss fährt der Shuttlebus zum „kunsthaus alte mühle“.

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